Berserk Blades: Brutaler Chic aus Wacken
Nach dem Erfolg der Schnitzel-Messer wagt Designer Torben Kuhrt mit Berserk Blades ausgefallenere Modelle. Foto: Berserk Blades / @edc.cult
Berserk Blades-Designer Torben Kuhrt über die Entstehung der neuen Marke, die beiden ersten Modelle und warum ursprünglich gar keine Messer geplant gewesen sind.
Wer in den letzten Monaten mal Detektiv spielen wollte, der konnte sehen, dass sich etwas tut im Hause des in Wacken ansässigen Mittelalter-Händlers Battle-Merchant. Dort wurde nämlich bereits 2017 eine Marke angemeldet, die im Markenregister heute auf den Namen Berserk Blades hört und unter anderem zahlreiche Messertypen abdeckt. Jetzt herrscht endlich Gewissheit, was sich hinter der neuen Idee verbirgt: Gleich zwei brandneue und außergewöhnliche Designs aus der Feder von Torben Kuhrt, der vor allem für seine Schnitzel-Designs, beispielsweise dem TRI, bekannt ist. Wir werfen einen Blick auf die neue Marke, deren Hintergrundgeschichte sowie die beiden neuen Modelle.
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Vom Bier zum Messer
Ursprünglich sollte es sich bei Berserk, früher noch ohne den Namenszusatz „Blades“, um eine neue, hochprozentige Biersorte aus der hauseigenen Wackenbrauerei handeln. Da man bei der Eintragung der Marke für die entsprechend benötigten Nizza-Klassen, also die Bereiche, in denen der Markenschutz gelten soll, auf Probleme stieß, entschied man sich dazu, das Projekt in Berserk Blades umzubenennen. Zwar wurde sich damals auch bereits die dazugehörige Internet-Domain gesichert, doch wofür man all das am Ende benötigen würde, war vor sieben Jahren noch nicht klar.
Traditionelle Sax-Messer werden bei Berserk Blades neu interpretiert
Nachdem man in Wacken mit den Schnitzel-Messern bereits einen Erfolg nach dem anderen feiern konnte, entschied man sich schlussendlich im vergangenen Jahr, der leicht eingestaubten Marke endlich Leben einzuhauchen. Das Ziel von Torben war klar: „Ich wollte ein Messer gestalten, was einen optischen Eindruck macht“, berichtet er im Gespräch mit Tim Karrasch im Podcast Tims Sprachnachrichten. „Die Berserker waren halt fiese Krieger, deswegen sollten die Messerdesigns ähnlich sein“. In erster Linie ging es darum, das Sax-Messer, eine einschneidige Hiebwaffe für Schnitte und Schläge aus der näheren Distanz aus der Zeit der Wikinger, in die Moderne zu überführen. „Und das war halt so, als wenn wir sagen würden: Komm‘, wir legen das ganze neu auf. Interpretieren das frei und modern“, berichtet Torben. Das ist auch der Grund, warum man die beiden neuen Modelle am Rücken tragen kann. Es geht darum, „die Historie aufzugreifen, ohne unbedingt authentisch sein zu müssen.“
Bereits auf der KNIFE Solingen im Mai konnte man die beiden ersten Designs bestaunen. Die erste Teillieferung der finalen Designs hatte es kurz vorher nach Deutschland geschafft, nachdem zunächst unklar war, ob die Messer noch rechtzeitig eintreffen würden. „Vielleicht hast du wieder Glück und es kommt eine Zollbeschau, der Zoll reißt den ganzen Container und alle Kartons auseinander und verteilt das auf‘m Hof. Und dann fängt´s an zu regnen. Alles schon gehabt.“ Am Ende ist aber alles gut gegangen. Die Resonanz der Messebesucher sei zudem durchweg positiv gewesen.
Preiswerter Box-Cutter mit Budget-Stahl
Das kleinere der beiden Messer hört auf den Namen RAK und misst insgesamt gerade einmal 15 Zentimeter, wovon jeweils die Hälfte auf die Klinge und den Griff entfallen. Gedacht ist das Neck Knife in erster Linie als „modernes, schnittiges, elegantes Box-Cutter-Tool“. Wichtig war vor allem, das RAK günstig zu halten. Daher kommt der chinesische 9Cr18MoV-Stahl zum Einsatz. Er zeichnet sich durch seine solide Korrosionsbeständigkeit und Zähigkeit, vor allem aber durch die leichte Nachschärfbarkeit und natürlich die vergleichsweise niedrigen Herstellungskosten aus. „Aufgrund des feinen Anschliffes würde das Ding, weil es halt auch so spitz und fein ist, auch ungeschärft schneiden“, ergänzt Torben.
Als Griffmaterial kommt seltenes Acryl zum Einsatz
Trotz des kleinen Formfaktors finden sich am RAK aber auch Details, wie beispielsweise das tiefengeätzte Berserk Blades-Logo am Ricasso. Maßgeblich für das Design ist neben der Klinge, die laut Berserk Blades „wegen ihrer Form auch als Sheepsfoot-Klinge durchgeht“, natürlich der üppig gestaltete Fingerchoil, welcher einen angenehmen Halt gewährleistet. Ergänzend dazu gibt es ein auf dem Klingenrücken angebrachtes Jimping.
Der Griff besteht aus 3D-gefrästen Griffschalen, bestehend aus gestrahltem, schwarzem Acryl. „Ich wollte ein Griffmaterial finden, was noch nicht so oft vertreten ist“, berichtet Torben. So probierte man zunächst mit Resin herum, also Epoxidharz. Doch aufgrund der hohen Fehleranfälligkeit während der Produktion der Prototypen entschied man sich schlussendlich für Acryl, welches in der Messerwelt heutzutage tatsächlich selten anzufinden ist. Sollte die Nachfrage nach den beiden neuen Modellen entsprechend hoch sein, seien aber auch weitere Griffschalen in anderen Materialien, beispielsweise Titan oder Ultem vorstellbar. Letzteres testete man bereits am Schnitzel TRI, entschied sich trotz des passenden Aussehens aber gegen zusätzliche Griffschalen für das TRI, da Ultem für Outdoor-Messer zu brüchig sei.
Großes YARR-Modell überzeugt mit Design und höherwertigerem Stahl
Das doppelt so große Brudermodell wurde YARR getauft und spiegelt die Vision und Identität von Berserk Blades nochmal etwas deutlicher wider. Die 19,6 Zentimeter lange Klinge kommt in der gleichen Form und Ausführung wie beim RAK, wirkt aber aufgrund der Länge deutlich brachialer. Das YARR ist aufgrund der fein ausgeschliffenen Klinge nicht für Holzarbeiten ausgelegt, sondern „zum Punktieren oder für Küchenarbeiten“. Damit „das Ding lange scharf bleibt“, kommt N690 von Böhler zum Einsatz. Dabei handelt es sich um einen bewährten Stahl aus der oberen Mittelklasse mit traditionell sehr hoher Verschleiß- und Korrosionsbeständigkeit. Dafür sind Klingen aus N690 aber auch etwas schwerer nachzuschärfen, falls sie doch einmal abstumpfen sollten.
Das YARR kommt ebenfalls in zwei verschiedenen Versionen, jeweils mit schwarzer PVD-Beschichtung oder im Stonewashed-Finish. Die Farbwahl war dabei für Torben von Anfang an klar. „Das Ding muss pechschwarz sein. Da darf überhaupt keine Farbe dran sein. Am liebsten muss die Schneidfase auch mit beschichtet sein“, betont er trotz seiner zwischenzeitlichen Abneigung gegenüber „All-Black“-Designs. Wichtig ist für Torben aber, dass die Markenpositionierung nicht fehlinterpretiert wird. Das Messer solle „auf keinen Fall eine Funktion als Meinungsverstärker“ haben. Auch deshalb wählte man für das YARR bewusst eine Klingenlänge oberhalb von 12 Zentimetern, was das Führen im öffentlichen Raum laut Waffengesetz verbietet. Gleichzeitig solle es kein reines Vitrinenstück sein, sondern ein Messer, mit dem man auch arbeiten könne.
Voller Karton und fairer Preis
Im Lieferumfang beider Modelle ist neben einer Aufbewahrungsbox und einem Berserk Blades-Patch und -Sticker eine passgenaue Kydexscheide enthalten. Das RAK kommt zusätzlich mit einer Halskette und ist daher sofort als Neck Knife einsatzbereit. Beide Messer werden in Kürze separat erhältliche und vorgelochte Belt Loops im 2er-Set erhalten, wodurch das Tragen am Gürtel ermöglicht wird. Preislich liegen sowohl das RAK (UVP: 39,99 Euro) als auch das YARR (UVP: 199,99 Euro) dort, wo man Messer mit diesen Materialien erwarten würde. Das Preis-Leistungsverhältnis ist dementsprechend ordentlich, die Verarbeitungsqualität gewohnt makellos.
Und auch wenn die Zukunft von Berserk Blades aktuell noch ungewiss scheint, so erklärte Torben bereits, dass es viele Möglichkeiten geben würde. Es müsse „nicht Wikingerstyle sein. Es könnte auch sein, dass wir eine Messer machen, die eher klassizistisch sind, die eher aus dem Italien des 17. Jahrhunderts entspringen könnten“. Mit der neuen Marke könne man „frei am Rad drehen, in welche Richtung man denn gehen will“. Auch bei Battle-Merchant wolle man zunächst die Entwicklungen rund um das Waffengesetz abwarten und anschließend entscheiden, wie man fortfährt.
Neuer EDC-Titan-Folder in Planung
Was aber schon fertig sein soll, ist das Design eines „EDC-freundlichen Titan-Framelock-Folders“, dem Berserk Blades URD. Torben hatte während der Gestaltung des Messers bewusst 2D-Zeichnungen an potenzielle Hersteller gesendet, damit diese eigene 3D-Zeichnungen entwickeln. „Der eine baut es anders, weil er vielleicht fertigungsorientierter denkt. Das ist ganz interessant. Wenn er denkt, okay, da fängt das Ricasso an, da ist der blade stock aber noch relativ dick. Wenn wir den bohren und nicht mit einem Waterjet schneiden können, dann halten die Bohrer nur 15 Klingen lang. Also verschiebt der Hersteller eigenmächtig den Ort des Ricassos und macht sein eigenes Ding draus, weil er weiß, wie sehr die Bohrer an der Stelle leiden. Anderen Herstellern ist das völlig egal, die haben das Design eins-zu-eins umgesetzt. Mal ein bisschen schlanker, mal ein bisschen breiter.“ Welcher Hersteller am Ende den Zuschlag für das URD bekommen hat, stand zum Zeitpunkt der Podcast-Aufnahme noch nicht fest. Dennoch solle der neue Folder im Frühjahr 2025 erscheinen.
Auch andere Designs sind bereits angedacht. „Ich hätte auch Bock auf so ein Berserk Blades Wikinger-Style Kukri“, erklärt Torben. „Irgendwie so ein Spagat, das könnte ich mir schon vorstellen, dass man halt auch irgendwas längeres macht und nicht auf Standard-Fixed-Blade-Größe geht.“ Auch ein kleines Schwert oder ein Pugio seien denkbar. „Da freue ich mich schon drauf, mal die Fühler auszustrecken und zu gucken: What‘s next?“ Doch egal was zukünftig kommt, es dürfte alles andere als gewöhnlich sein.
Berserk Blades-Messer bei Knyfe
Berserk Blades RAK Neck Knife schwarz 9Cr18MoV Acryl Sheepfoot Plain edge
Nicht auf Lager
| Gesamtlänge | 15 cm |
|---|---|
| Klingenlänge | 7,5 cm |
| Klingenstärke | 3 mm |
| Gewicht | 45 g |
| Klingenmaterial | 9Cr18MoV |
| Farbe | schwarz |
| Klingenfarbe | schwarz |
| Scheidenmaterial | Kydex |
| Grifflänge | 7,5 cm |
| Klingenform | Sheepfoot |
| Klingenausführung | Plain edge |
| Schleifmethode | Flachschliff |
| Artikeltyp | Neck Knife |
| Besonderheiten | Mit Scheide |
| Griffmaterial | Acryl |
| Klingenfinish | PVD-Beschichtung |
| Serie | RAK |
Berserk Blades RAK Neck Knife schwarz 9Cr18MoV Acryl Sheepfoot Plain edge
Nicht auf Lager
| Gesamtlänge | 15 cm |
|---|---|
| Klingenlänge | 7,5 cm |
| Klingenstärke | 3 mm |
| Gewicht | 45 g |
| Klingenmaterial | 9Cr18MoV |
| Farbe | schwarz |
| Klingenfarbe | silber |
| Scheidenmaterial | Kydex |
| Grifflänge | 7,5 cm |
| Klingenfinish | stonewashed |
| Klingenform | Sheepfoot |
| Klingenausführung | Plain edge |
| Schleifmethode | Flachschliff |
| Artikeltyp | Neck Knife |
| Besonderheiten | Mit Scheide |
| Griffmaterial | Acryl |
| Serie | RAK |
Berserk Blades YARR Outdoormesser schwarz N690 Acryl Sheepfoot Plain edge
Auf Lager
| Gesamtlänge | 30,3 cm |
|---|---|
| Klingenlänge | 19,6 cm |
| Klingenstärke | 4 mm |
| Gewicht | 190 g |
| Artikeltyp | Outdoormesser |
| Klingenmaterial | N690 |
| Farbe | schwarz |
| Klingenfarbe | silber |
| Scheidenmaterial | Kydex |
| Grifflänge | 10,7 cm |
| Klingenfinish | stonewashed |
| Klingenform | Sheepfoot |
| Klingenausführung | Plain edge |
| Schleifmethode | Flachschliff |
| Besonderheiten | Mit Scheide |
| Griffmaterial | Acryl |
| Serie | YARR |
Berserk Blades YARR Outdoormesser schwarz N690 Acryl Sheepfoot Plain edge
Auf Lager
| Gesamtlänge | 30,3 cm |
|---|---|
| Grifflänge | 10,7 cm |
| Klingenfinish | PVD-Beschichtung |
| Griffmaterial | Acryl |
| Besonderheiten | Mit Scheide |
| Schleifmethode | Flachschliff |
| Klingenausführung | Plain edge |
| Klingenform | Sheepfoot |
| Scheidenmaterial | Kydex |
| Klingenlänge | 19,6 cm |
| Klingenfarbe | schwarz |
| Farbe | schwarz |
| Klingenmaterial | N690 |
| Artikeltyp | Outdoormesser |
| Gewicht | 190 g |
| Klingenstärke | 4 mm |
| Serie | YARR |