Frankfurt will Waffenverbotszone nach einem Jahr ausweiten
In Frankfurt wird die Waffenverbotszone rund um das Bahnhofsviertel auch zukünftig gelten. Foto: Dominique Müller / unsplash
Die Waffenverbotszone im Frankfurter Bahnhofsviertel soll nun rund um die Uhr statt nur zeitlich begrenzt gelten. Innerhalb des ersten Jahres wurden 80 Gegenstände festgestellt. Auch der diesjährige Weihnachtsmarkt soll zur Verbotszone werden.
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Vor mittlerweile einem Jahr wurde das Bahnhofsviertel der Mainmetropole Frankfurt zur Waffenverbotszone erklärt. Seitdem ist in der Zeit zwischen 20 Uhr und 5 Uhr des Folgetages das Mitführen von Waffen nach dem Waffengesetz verboten. Auch Messer mit einer Klingenlänge von mehr als vier Zentimetern dürfen nicht getragen werden. Die Maßnahme soll für mehr Sicherheit im kriminalitätsbehafteten Bereich sorgen.
Nun haben Polizei und Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) eine erste Bilanz gezogen - und weitere Maßnahmen angekündigt. So wurden innerhalb des ersten Jahres 80 Gegenstände festgestellt, darunter 66 Messer. Dies sei laut Polizeipräsident Stefan Müller ein Erfolg, der zur Entwaffnung im Viertel beitrage. Ob die Messer allerdings außerhalb der Verbotszone hätten mitgeführt werden dürfen, ist nicht bekannt.
„Unsere Erfahrung ist, all das, was mitgeführt wird, nachts im Alkoholkonsum in der Eskalation eingesetzt und dann zur Verletzung von Menschen gebraucht wird“, erklärt Müller. Das Frankfurter Bahnhofsviertel gilt als Kriminalitätsschwerpunkt der Stadt. Insbesondere am Wochenende gäbe es eine hohe Anzahl von Messerattacken, betonte Oberbürgermeister Josef. „Die Waffenverbotszone und auch die Videoschutzanlagen haben zusammen mit weiteren Maßnahmen die Situation im Viertel merklich verbessert.
Dennoch ist klar: Nachhaltige Veränderungen im Viertel herbeizuführen ist ein Marathon, kein Sprint. Konsum und Handel müssen reduziert und bekämpft werden. Und ich betone an dieser Stelle noch einmal deutlich: Wir können in Frankfurt nicht drogenkranke Menschen aus ganz Süddeutschland versorgen. Auch andere Städte müssen ihrer Verantwortung nachkommen“, erklärte er bei einer Pressekonferenz Anfang November.
Künftig soll die Waffenverbotszone rund um die Uhr gelten. Auch im Ausgehviertel Alt-Sachsenhausen sowie auf dem diesjährigen Weihnachtsmarkt soll eine Waffenverbotszone eingeführt werden. Geplant sei die Umsetzung im Dezember.