BBC enthüllt erhebliche Mängel bei UK-Rückkaufprogramm
Untersuchungen der britischen Rundfunkgesellschaft BBC enthüllten erhebliche Mängel seitens der Behörden. Foto: K. Mitch Hodge / unsplash
Das UK-Rückkaufprogramm für Zombie-Messer geriet wegen unerwartet hoher Rückgabemengen in die Kritik. Während das Innenministerium die Entfernung gefährlicher Waffen betont, werfen unzureichende Planungen und Kostenfragen Schatten auf die Umsetzung.
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Das Rückkaufprogramm für sogenannte Zombie-Messer im Vereinigten Königreich sorgte für erhebliche Kontroversen und legte Schwächen in der Planung offen. Berichten zufolge hatte das Innenministerium die Menge an abgegebenen Messern und Macheten vor Inkrafttreten eines neuen Verbots massiv unterschätzt. Dies führte zu Fragen über die Angemessenheit der Entschädigungszahlungen, die teilweise den Wert der Messer überstiegen haben könnten.
Das Verbot, das unter der vorherigen Regierung eingeführt wurde, zielte darauf ab, schwerer Gewalt und Kriminalität entgegenzuwirken. Es weitete die Definition von Zombie-Messern auf solche mit einer Klingenlänge von mindestens 20 Zentimetern und weiteren spezifischen Eigenschaften aus. Im Vorfeld wurde ein Rückgabeprogramm gestartet, bei dem Besitzern und Händlern finanzielle Entschädigungen angeboten wurden. Ein Mindestbetrag von 10 Pfund pro Messer galt für diejenigen, die mindestens drei Exemplare einreichten.
Untersuchungen der BBC ergaben jedoch, dass einige dieser Messer zu einem deutlich niedrigeren Preis erhältlich gewesen sein könnten. Die ursprünglichen Berechnungen des Innenministeriums gingen von einer Rückgabe von rund 472 Klingen aus, was eine Entschädigungssumme von etwa 14.000 Pfund bedeutet hätte. Tatsächlich wurden jedoch allein durch Polizeikräfte in England und Wales mindestens 39.000 Messer abgegeben.
Ein Einzelhändler in den West Midlands übergab über 100 Messer, während ein Unternehmen aus Luton mehr als 35.000 Klingen einreichte. Die enormen Unterschiede zwischen den Schätzungen und der tatsächlichen Anzahl werfen die Frage auf, wie realistisch die Vorbereitungen und Folgenabschätzungen waren. Unter den abgegebenen Klingen befanden sich zahlreiche Messer, die unter dem Markennamen Anglo Arms verkauft wurden und offenbar aus China importiert worden waren. Die Kosten pro Messer lagen Berichten zufolge deutlich unter den gezahlten Entschädigungsbeträgen.
Sarah Owen, Abgeordnete der Labour-Partei, kritisierte die Planung des Innenministeriums scharf. Sie forderte Antworten darauf, wie Entschädigungszahlungen festgelegt wurden und warum das Programm nicht auf größere Rückgabemengen vorbereitet war. Auch Richard Fuller, konservativer Abgeordneter für North Bedfordshire, äußerte sich kritisch und schlug vor, eine Obergrenze für Entschädigungen einzuführen, um die Kosten für die Steuerzahler zu begrenzen.
Das Innenministerium verteidigte das Programm und betonte, dass alle Entschädigungsanträge sorgfältig geprüft worden seien. Gleichzeitig stellte es klar, dass gefährliche Waffen durch diese Maßnahme effektiv von den Straßen entfernt wurden, was das übergeordnete Ziel der Reduzierung von Messerkriminalität unterstütze. Dennoch bleibt die Frage offen, ob die Umsetzung des Programms angesichts der hohen Beteiligung und der unvorhergesehenen Kosten als Erfolg gewertet werden kann.