LyoFood: Noch Platz?
LyoFood aus Polen versucht dem Platzhirsch auf dem Markt für Outdoor-Nahrung Konkurrenz zu machen. Foto: LyoFood
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Der Markt für Outdoor-Nahrung ist nicht allzu groß. Umso interessanter wird es, wenn man dem Platzhirsch Konkurrenz machen will. LyoFood aus Polen versucht nun genau das.
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Beim Thema Outdoor-Nahrung scheiden sich die Geister. Für die einen sind die ganzen Beutel, in denen eine ganze Hauptmahlzeit bereits gefriergetrocknet und fast verzehrfertig enthalten sind, ein essenzieller Teil ihrer Ausrüstung und dürfen auf keiner Wanderung fehlen. Die anderen sehen darin vor allem eines: Geldverschwendung. Nudeln mit Tomatensoße oder Pesto tut es doch schließlich auch, und für einige besteht der Charme beim Essen in der Natur ja auch darin, eben nicht das gewohnte 5-Sterne-Menü bekommen zu können, sondern sich auf das Wesentliche zu fokussieren: Den Hunger zu stillen.

Die Gerichte von LyoFood sind gefriergetrocknet und müssen nur mit heißem Wasser aufgegossen werden. Foto: LyoFood
Wohl auch deshalb ist der Markt für entsprechende Outdoor-Nahrungsmittel nicht besonders groß. Umso begehrter sind die Marktanteile, die vor allem eine Marke derzeit inne hält: Tactical Foodpack. Das in Hilden im nordrhein-westfälischen Kreis Mettmann sitzende Unternehmen konnte sich, unter anderem aufgrund umfangreicher Werbekampagnen, in den vergangenen als Platzhirsch etablieren und ist für viele wohl die erste Anlaufstelle in Sachen gefriergetrocknete Nahrung.
Doch auch auf der Pole Position darf man sich natürlich nicht ausruhen, denn die Konkurrenz schläft nicht: In nicht allzu großer Entfernung, genauer gesagt im polnischen Kielce, stellt die Firma LyoFood ihre Produkte her und hat sich seit 1998 zunächst unter dem Namen Lyovit dem Ziel verschrieben, Mahlzeiten zu schaffen, „die wir selbst gerne essen – nicht nur in Extrembedingungen.“ So zumindest erklärt es ein Sprecher in einem Interview mit dem Online-Magazin hugsforhikers.com.
Das Versprechen ist eindeutig: LyoFood möchte hochqualitative Mahlzeiten ohne Zusatzstoffe, Farbstoffe und Geschmacksverstärker anbieten, die nebenbei natürlich lokal produziert werden und nachhaltig sein sollen. Fairerweise muss man aber erwähnen, dass sich auch Tactical Foodpack eben genau diese Punkte auf die Fahne geschrieben hat.
Bei Tactical Foodpack findet man aktuell 23 Hauptgerichte, darunter Klassiker wie Pasta Bolognese oder Hühnchen mit Reis. LyoFood wiederum bietet 22 Hauptgerichte an, und auch hier dürfen „Penne alla Bolognese“ nicht fehlen. Aber während man sich in Hilden eher auf beliebte deutsche Gerichte wie Kartoffelbrei mit Speck, Rindfleischeintopf mit Kartoffeln oder Süßkartoffel-Curry fokussiert, findet man bei LyoFood unter anderem auch einen Marokkanischen Eintopf, indisches Mung Dal und mexikanisches Chili sin Carne. Auch Bigos, was in Polen aus Nationalgericht gilt, oder Beef Stroganoff sind hier erhältlich.

Eine großen Portion Penne Bolognese von LyoFood kommt auf über 500 Kalorien. Foto: LyoFood
Und genau hier liegt auch die eigentliche Differenzierung von LyoFood versteckt: Man hat sich offenbar angeschaut, wo der Markt schon gesättigt war, und versucht, eigene Kreationen zu entwerfen, die man im Sortiment der Konkurrenz einfach nicht findet. Und auch bei vergleichbaren Produkten wie der Pasta Bolognese kann es natürlich sein, dass dem ein oder anderen die LyoFood-Variante schlicht und einfach besser schmeckt.
Übrigens besteht das Sortiment des polnischen Herstellers nicht nur aus Hauptmahlzeiten. Mithilfe der gefriergetrockneten Pulver, beispielsweise mit Blaubeeren- oder Erdbeere-Geschmack, lassen sich beispielsweise Haferflocken verfeinern. Und wer nach dem Mittag noch Platz für einen Nachtisch hat, wird vor die Wahl zwischen Apfelstreuseln, Schokoladenpudding oder Katalanischer Creme gestellt. Für Zwischendurch gibt es dann noch kleine Smoothie-Packs.
Am Ende wirbt LyoFood mit den gleichen Vorteilen wie die Konkurrenz. Aber es kommt neben der Auswahl der Gerichte beim Thema Nahrung eben auf eine Sache ganz besonders an: Den Geschmack. Und der ist zum Glück bei jedem anders.