Vorstellung

Tenable Knives: Passt in jedes Budget

Noch mehr Budget-Messer bedeuten für Interessierte vor allem eines: Noch mehr Auswahl und noch bessere Preise. Foto: Tenable Knives

Mit Tenable Knives möchte der chinesische Hersteller Kansept seine Budget-Messer noch besser vom restlichen Sortiment differenzieren. Ein Blick auf die ersten Modelle.

In der Messerbranche war es bis vor wenigen Jahren eher ungewöhnlich, seine Designs auf mehrere Marken aufzuteilen. Viel lieber wollten die Hersteller die Strahlkraft einer einzigen Marke nutzen, um ihre neuen Modelle zu bewerben. Das chinesische Unternehmen WE hat sich aber eine andere Strategie überlegt. Der einstiege Auftragsfertiger stellt bereits seit über 20 Jahren Messer in der eigenen Fabrik in Yangjiang her. Während man anfangs noch für andere Hersteller produzierte, vertreibt man seit 2014 unter der Marke WE Knife eigene Designs. Eine wahre Erfolgsgeschichte begann.

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Eine Differenzierung wurde wichtiger

Über die Jahre wurde klar, dass WE Knife vor allem auf hochwertige und damit auch eher kostspieligere Messer setzen möchte. Gleichzeitig wollte man die preissensible Kundschaft, welche sich eher im Bereich bis 100 Euro nach neuen Messer umschaut, nicht außen vor lassen. Daher entschied man sich 2018, eine weitere Marke ins Leben zu rufen. CIVIVI deckt fortan den Budget-Bereich ab und fokussiert sich auf Messer mit soliden Materialien, aber ebenso qualitativer Verarbeitung. Und die Strategie geht auf: Bereits wenige Jahre später hat sich CIVIVI auf dem weltweiten Markt als feste Größe etabliert.

Mit SENCUT hat man mittlerweile sogar eine weitere Marke entwickelt, welche sich ebenfalls auf den Preiseinstiegsbereich konzentriert. Das gibt CIVIVI die Möglichkeit, das zwischenzeitlich gestiegene Ansehen der eigenen Marke zu nutzen, um ab und zu auch etwas preisintensivere und mutmaßlich margenstärkere Messer zu veröffentlichen, während WE Knife weiterhin der Anlaufpunkt Nummer eins für edle Sammlermesser und limitierte Editionen sein soll.

Auch Kansept möchte die Gunst der Stunde für sich nutzen

Nun hat man der ebenfalls in Yangjiang angesiedelte Hersteller Kansept Knives diese Entwicklung natürlich nicht übersehen. Die 2020 von Kim Ning, dem ehemaligen Produktionsleiter und Designer von Kizer Knives, gegründete Marke verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der Messerfertigung und konnte sich dank mehrerer Zusammenarbeiten mit bekannten Fachleuten ebenfalls einen Namen in der Branche erarbeiten. Doch ähnlich wie anfangs WE stand man nun vor dem Problem, dass das eigene Sortiment alle Preisbereiche abdeckte. So findet man bei Kansept Knives sowohl Messer für unter 50 Euro als auch für weit über 400 Euro. Das ist an sich nichts schlechtes und auch nichts ungewöhnliches, sorgt aber eben auch dafür, dass die Marke sich selbst in den eigenen Möglichkeiten blockiert, indem man einen sehr breiten Preisbereich abdecken muss.

Das Prometheus dürfte vielen schon als Kansept-Design bekannt sein. Bei Tenable Knives erschien nun eine günstigere Version. Foto: Tenable Knives
Das Nesstreet ist bei Kansept mit CPM-S35VN zu finden, bei Tenable mit dem Budget-Stahl 14C28N. Foto: Tenable Knives

So wagt es Kansept nun eben auch mit einer Tochtermarke, die sich überwiegend auf den Preiseinstieg konzentrieren soll: Tenable Knives verspricht „erschwingliche Produkte ohne Kompromisse bei der Qualität“. Und wie schon bei WE Knife und CIVIVI startet auch Tenable Knives zunächst mit den Budget-Versionen eigentlicher Kansept-Modelle. Der Vorteil daran liegt auf der Hand: Die Designs sind bereits fertig, lediglich die Materialien müssen ausgetauscht werden, damit die Preise fallen.

Günstigere Materialien, aber keine Kompromisse in der Verarbeitung

Wo es zukünftig hingehen soll, lässt sich gut am Beispiel des Nesstreet-Modells erklären: Das Messer wurde bei Kansept mittlerweile mit drei verschiedenen Stahlsorten veröffentlicht. Die Variante mit 154CM ist als Einstieg gedacht und beginnt um die 100-Euro-Marke. Wer etwas besonderes sucht, der wird bei der Damast-Variante fündig, die bei knapp unter 200 Euro ansetzt.

Und wer mit dem Messer wirklich hart arbeiten möchte, kann auf die Version mit CPM-S35VN zurückgreifen, muss dafür aber auch schon etwas über 200 Euro auf den Tisch legen. Und gerade in Zeiten, in denen die Inflation nahezu durch die Decke schießt und die eigene Kundschaft immer preisbewusster wird, schaut man auch bei Kansept auf die großen Lücke, die man im Budget-Bereich zwischen 30 und 90 Euro bisher ungenutzt lässt.

Mit der neuen Marke Tenable möchte man diese Lücke nun schließen. Möglich gemacht wird dies durch den Einsatz des günstigeren Stahls 14C28N. Doch Achtung: Hier heißt günstig selbstverständlich nicht automatisch schlechter. Der von Sandvik aus Schweden produzierte Stahl erfreut sich in den letzten Jahren großer Beliebtheit bei vielen Herstellern weltweit und wird beispielsweise von Muela und Real Steel, aber auch von deutschen Unternehmen wie Schnitzel regelmäßig eingesetzt. 14C28N bietet schlichtweg ein ausgezeichnetes Preis-Leistungsverhältnis und ist für den Großteil aller Messernutzer vollkommen ausreichend für die täglichen Arbeiten.

Auch bei den Griffschalen hat man mit der Verwendung von Micarta auf ein klassisches Material zurückgegriffen, welches vergleichsweise einfach herzustellen und damit auch günstig in der Produktion ist. Das Tenable Nesstreet erscheint zunächst in den beiden Farbvarianten grün und blau mit jeweils satinierter Drop-Point-Klinge, Buttonlock-Verschluss, beidseitigem Daumenpin und einem Tip-Up-Pocketclip.

Neue Konkurrenz für WE, mehr Auswahl für die Kunden

Auch das Prometheus wurde als ursprüngliches Kansept-Design zum Startschuss der neuen Marke in vier verschiedenen Budget-Varianten veröffentlicht. Das Messer konnte dank seiner ausgefallenen Griffschalen aus Kohlefaser überzeugen, kommt bei Tenable aber nun ebenfalls in den Standard-Ausführungen mit G-10 bzw. Micarta und einer 14C28N-Klinge.

Und auch wenn zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht bekannt ist, wie schnell weitere Modelle folgen werden, ist bereits jetzt klar: Die „Budget-Strategie“ funktioniert und wird auch von anderen Herstellern genutzt, um sich Marktanteile, gerade im Budget-Bereich, zu sichern. Was man bei WE selbst vermutlich als Herausforderung sieht, kommt Messer-Interessierten aber natürlich entgegen: Zukünftig gibt es mit Tenable Knives noch mehr Auswahl und noch bessere Preise.

Direkter Vergleich: Die beiden linken Modelle sind Kansept-Versionen, die beiden rechten von Tenable Knives. Foto: Tenable Knives

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