Vorstellung

UCO Ingalls: Einfacher geht’s nicht

Das UCO Ingalls kommt mit einem simplen wie genialen Verschluss. Foto: UCO Gear

Nach über 50 Jahren präsentiert der Outdoor-Hersteller UCO die ersten eigenen Klappmesser. Das Ingalls verdient nicht nur wegen seinem kinderleichten wie genialen Verschluss mehr Aufmerksamkeit.

Einfacher kann die Bedienung eines Klappmessers kaum sein: Ein Schloss-Symbol zeigt an, wo das Messer zu verriegeln bzw. entriegeln ist. Foto: UCO Gear

Die Marke UCO dürften viele höchstens als Hersteller von Outdoor-Tools wie Laternen oder sturmfesten Streichhölzern kennen. Das Unternehmen verfügt trotz seiner über 50-jährigen Geschichte außerhalb seiner Heimat in den USA nicht über den höchsten Bekanntheitsgrad und hielt sich bisher aus der Messer-Branche fern.

Das änderte sich Anfang diesen Jahres: Gleich vier Modelle kündigte das in Washington ansässige Unternehmen an, deren Namen von beliebten Erholungsgebieten in ihrem Heimatstaat abgeleitet sind. „Unsere neuen Messer haben die gleiche DNA wie andere beliebte UCO-Produkte, die sowohl clever als auch benutzerfreundlich sind“, sagte Chris Teeuwan, Vizepräsident für Vertrieb und Betrieb bei UCO.

Das Ingalls liegt aufgrund der texturierten GFN-Griffschalen auch bei Nässe rutschfest und angenehm in der Hand. Foto: UCO Gear

Neben den beiden Modellen Nason und Tinkham, die ihre Namen einem bekannten Wanderpfad sowie einem beliebten Lagerfeuerplatz zu verdanken haben, richtete sich die Aufmerksamkeit bei der Ankündigung der ersten eigenen Messer insbesondere auf ein Klappmesser namens Ingalls.

Der namensgebende Gletschersee Lake Ingalls dürfte vermutlich auch einigen Nicht-Einheimischen ein Begriff sein, denn die Region in Chelan County ist eine beliebte Gegend zum Wandern und bietet eine überragende Sicht auf den benachbarten und über 2.800 Meter hohen Mount Stuart.

Das Ingalls selbst kommt in zwei verschiedenen Versionen, von denen eine besonders innovativ ist. Der eigens von UCO entwickelte und zum Patent angemeldete Switch-Lok-Verschluss sorgt dafür, dass das Messer, welches eigentlich als Slipjoint entwickelt wurde, arretiert werden kann. Die Bedienung ist dabei simpel: Nach dem Aufklappen des Messers wird die Klinge per Druck auf den neongelben und mit einem Schloss markierten Button festgestellt.

Entriegelt wird das Ingalls über die gleiche Mechanik auf der Rückseite des Messers, wo das Symbol eines geöffneten Schlosses auf dem Knopf vorzufinden ist. Und klar, Verschlusssysteme für Klappmesser sind in der Regel zwar nicht besonders kompliziert, aber eine so einfache Lösung wie das Betätigen zweier Knöpfe zum Verriegeln und Entriegeln sorgt dafür, dass selbst Kinder und Jugendliche keinerlei Fragen haben dürften und sorgt für einen kontrollierten Umgang mit dem Ingalls.

Die Klinge aus D2 mit Hohlschliff eignet sich ideal für kleinere Arbeiten wie dem Schnitzen von Feathersticks. Foto: UCO Gear

Abgesehen vom Switch-Lok ist das insgesamt 18 Zentimeter lange Messer mit einer beschichteten Klinge aus D2, welcher sicher nicht der hochwertigste Stahl ist, aber für alltägliche Aufgaben beim Camping-Ausflug allemal reicht. Die texturierten Griffschalen aus Nylon sorgen dafür, dass das Ingalls selbst bei Nässe sicher und angenehm in der Hand liegt. Und dank der leuchtenden Farbpalette, welche neben einem Grauton aus orange und blau besteht, lässt sich das Messer auch dann wiederfinden, falls es mal in den Schnee gefallen sein sollte.

Wer den kleinen Aufpreis für den Verschlussmechanismus nicht zahlen möchte oder auf der Suche nach einem echten Slipjoint-Messer ist, für den hat UCO eine zweite Variante parat. Hier verzichtet man auf jegliche Arretierung, die Klinge ist also auch im ausgeklappten Zustand nicht festgestellt. Außerdem wurde die Klinge in dieser Version mit einer Stonewashed-Beschichtung versehen, die Farben der Griffschalen bleiben aber gleich.

Da das Ingalls hierzulande in beiden Ausführungen §42a-konform ist und mitgeführt werden darf, lohnt sich das Upgrade aber allemal. Schließlich kann das Ingalls auch in der Switch-Lok-Version als Slipjoint verwendet werden, da man den Verschluss ja nicht benutzten muss. Falls die Schneidaufgaben dann aber mal etwas anspruchsvoller werden sollten, ist man sicher froh, wenn man ihn dabeihat. Auch wenn mit der D2-Klinge selbstredend keine großen Arbeiten verrichtet werden sollten.

Zusammengefasst macht UCO mit dem Ingalls vieles richtig, und obwohl das Klappmesser an keiner Stelle so vermarktet wird, ist die Kategorisierung als Kindermesser im ersten Augenblick, vielleicht gerade wegen der Farbgebung, naheliegend. Doch damit würde man dem Ingalls Unrecht tun, denn selbstverständlich ist es auch für Erwachsene geeignet.

Ein Klappmesser in einem solchen Formfaktor und mit spielend leichter Bedienung dürfte in jedem Wanderrucksack Platz finden und wir sind gespannt, was wir zukünftig noch aus Washington erwarten dürfen.

Dieser Artikel ist Teil des Knyfe Magazins 12/2024

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert