Interview

IWA: Wohin geht´s?

Mit einem überarbeiteten Markenauftritt positioniert sich die IWA neu. Foto: NürnbergMesse / Heiko Stahl

Mit einem überarbeiteten Markenauftritt positioniert sich die IWA neu. Muss die selbst ernannte Weltleitmesse der Jagd- und Schießsportindustrie um ihre Zukunft bangen?

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Das Logo der IWA OutdoorClassics. Grafik: NürnbergMesse

In diesem Jahr hat die IWA OutdoorClassics, die internationale Fachmesse für Jagdwaffen und Outdoorartikel, ihr 50-jähriges Jubiläum gefeiert. Mittlerweile zählt sie zu den wichtigsten Veranstaltungen der Branche in ganz Europa. Doch beim genaueren Hinsehen fällt auf, dass die Besucherzahlen der Messer seit Jahren eher rückläufig sind. Auch in Sachen Ausstellungsfläche und Ausstellerzahlen geht der Trend eher nach unten.

Und für Messerbegeisterte besonders auffällig dürften die Veränderungen der „Messerhalle“ 5 gewesen sein, welche in den vergangenen Jahren stattgefunden haben. Mittlerweile kann diese nämlich nicht mehr nur durch Messerhersteller und -händler gefüllt werden.

Für die anstehende Messe vom 27. Februar bis 2. März hat sich die IWA nun einen neuen Markenauftritt beschert. Doch, warum eigentlich? Muss die IWA um ihre Zukunft bangen? Oder geht es schlicht um die Sicherung der eigenen Stärken? Wir haben nachgefragt.

Knyfe: Was waren die Hauptgründe für den neuen Markenauftritt der IWA?

IWA: Der neue Markenauftritt der IWA OutdoorClassics wurde eingeführt, um die Messe nach Außen als führende Plattform für die Jagd-, Schießsport- und Outdoorindustrie zu stärken. Nach dem erfolgreichen 50-jährigen Jubiläum wurde ein geschärftes Profil entwickelt, das die unterschiedlichen Akteure und Segmente der Branche vereint. Der neue Auftritt soll die Dynamik und Präzision der Messe unterstreichen und den Fokus auf das perfekte Schusserlebnis im zivilen Umfeld legen.

In diesem Jahr feierte die IWA ihr 50-jähriges Bestehen. 1974 hieß sie noch „Leistungsschau des Waffenfachhandels und Büchsenmacherhandwerks“. Foto: NürnbergMesse / Heiko Stahl

Der Claim „Eyes on Target“ kommt auch 2025 zum Einsatz. Welche Vision steckt dahinter und wie prägt er die zukünftige Ausrichtung der Messe?

Der Claim „Eyes on Target“ symbolisiert die Vision der IWA, als präzise und fokussierte Plattform für die Jagd- und Schießsportindustrie zu agieren. Er steht für die Ausrichtung der Messe, die Bedürfnisse und Trends der Branche genau im Blick zu haben und diese in den Mittelpunkt der Planungen zu stellen. Diese Vision prägt die zukünftige Ausrichtung der Messe, indem sie Innovationen und Trends fördert und die Qualität der Besucher und Aussteller sicherstellt.

Im Vergleich zu den Corona-Vorjahren hat sich die Ausstellungsfläche der IWA verkleinert und die Anzahl der Aussteller verringert. 2018 wurden mehr als 46.500 Besucher verkündet, die IWA 2024 besuchten „rund 40.000 Besucher“. Wie möchten Sie diesem Trend zukünftig entgegenwirken?

Die IWA OutdoorClassics ist als Fachmesse in Stück weit ein Abbild der Branche. Dass sich Industrie und Handel durch die Corona-Pandemie in ihrer Struktur verändert haben, ist nicht von der Hand zu weißen. Einige Handelsbetriebe mussten schließen.

Um diesem Trend dennoch entgegenzuwirken, setzt die IWA auf eine klare Positionierung pro Fachhandel: Als Weltleitmesse ist es nach wie vor unser Fokus, die Handelsgeschäfte international zu fördern und den Austausch voranzutreiben. Wir glauben, eine Messe braucht es sowohl in guten als auch in den etwas schlechteren Zeiten einer Branche. Genau das müssen wir jetzt richtig vermitteln.

Nicht nur gucken, auch anfassen: Das Ausprobieren neuer Produkte steht auf der IWA ganz oben. Foto: NürnbergMesse / Heiko Stahl

Immer wieder wurden Schreie nach einem sogenannten „Endverbrauchertag“ laut, also einem Messetag explizit für Privatpersonen. Die IWA positionierte sich aber als Messe für Fachbesucher klar dagegen. Bleiben die Türen für Endverbraucher auch zukünftig geschlossen, und falls ja, warum?

Die IWA bleibt auch zukünftig eine Fachbesuchermesse. Diese Entscheidung basiert auf dem Ziel, die Qualität und den professionellen Charakter der Messe zu bewahren. Die Konzentration auf Fachbesucher ermöglicht es, gezielte Geschäftsabschlüsse und hochwertige Netzwerkmöglichkeiten zu fördern, was für die Aussteller und die Branche insgesamt von großem Vorteil ist. In diesem Zuge nicht zu vernachlässigen ist auch die hohe Internationalität der Messe, was die IWA von anderen Publikumsmessen deutlich unterscheidet.

Für viele Messerliebhaber gilt die IWA als deutsches Pendant zur US-amerikanischen SHOT Show bzw. Blade Show. Namhafte Hersteller wie Benchmade, Microtech oder Chris Reeve Knives blieben der Messe im letzten Jahr allerdings fern. Wie wichtig ist es für Sie, dass die IWA als Messe für Jagd- und Sportwaffen ihren Ruf in der Messerszene auch weiterhin beibehält?

Dass uns das Ausstellungssegment wichtig ist lässt sich schon damit beweisen, wie viel Energie wir in das Segment stecken. Durch die BLADE Demo Area und den IWA Knife Award wird die Bedeutung des Messersegmentes nochmal auf eine neue Ebene gestellt, was die Attraktivität sowohl für Aussteller als auch für die Fachhändler steigert. Natürlich arbeiten wir kontinuierlich daran, namhafte Hersteller zurückzugewinnen und neue, aufstrebende Marken zu integrieren.

Volle Hallen, volle Stände - noch? Im vergangenen Jahr besuchten etwa 40.000 Besucher die knapp 1.080 Aussteller im Messezentrum Nürnberg. Foto: NürnbergMesse / Heiko Stahl

Wie blicken Sie diesbezüglich auf die Entwicklung aufstrebender Messermessen wie der KNIFE Solingen?

Die IWA begrüßt die Entwicklung aufstrebender Messermessen wie der KNIFE Solingen. Diese Messen tragen zur Vielfalt und Dynamik der Branche bei und bieten zusätzliche Plattformen für den Austausch und die Präsentation von Innovationen. Aufgrund ihrer internationalen und besucherbezogenen Ausrichtung sieht sich die IWA nicht als Konkurrenz zu diesen Veranstaltungen.

Worauf kann man sich auf der IWA 2025, insbesondere in Halle 5, besonders freuen?

In Halle 5 der IWA 2025 können sich Besucher erneut auf die BLADE Demo Area freuen, die ein abwechslungsreiches und brandaktuelles Bühnenprogramm und zahlreiche Vorführungen rund um Messer, Äxte und Sägen bietet. Zudem wird auch in diesem Jahr der IWA Knife Award wieder verliehen. Informationen zu den aktuell angemeldeten Ausstellern aus der Messerhalle finden Sie auf IWA.info.

Abschließend ein kleiner Blick in die Glaskugel: Wo sehen Sie die IWA in 10 Jahren?

In 10 Jahren sieht sich die IWA weiterhin als die führende internationale Plattform für die Jagd-, Schießsport- und Outdoorindustrie. Die Messe wird durch kontinuierliche Innovationen und Anpassungen an Markttrends ihre Relevanz und Attraktivität beibehalten. Die Integration neuer Technologien und die Förderung nachhaltiger Lösungen werden zentrale Themen sein, um die Messe zukunftssicher zu gestalten.

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